Abschluss nach 7 Runden der Gesprächsreihe „Frauen im Landkreis“

100 Jahre Frauenwahlrecht in Bayern

Letztlich ist auch die Gleichberechtigung wieder eine Bildungsfrage! 

In meiner Gesprächsreihe ging es mir darum, Frauen vorzustellen, die selbstbewusst, kraftvoll, engagiert und glücklich ihr Leben leben.
Das ist mir in diesen sieben Veranstaltungen wahrlich gelungen.
14 wunderbare, warmherzige und tatkräftige Frauen waren meine Gäste:
Die Unternehmerinnen Michaela Harlander und Michaela Mellinger, die Politikerinnen und Frauen der Kirche Johanna Rumschöttel und Ruth Markwart-Kunas, die Sportfunktionärinnen Elke Baumgärtner und Brigitte Pfaffinger, die Sozialmangerinnen Gabriele stark-Angermeier und Nicole Schley, die für das Ehrenamt kämpfenden Nicole Gerhardt und Martina Hanuschik, die Bürgerinnen mit fremden Wurzeln Edith Otiende-Lawani und Ingrid Rothenbacher-Zänker, sowie die Frauenrechtlerinnen und SPDlerinnen Maria Noichl und Micky Wenngatz.

Das Ergebnis aller Gespräche:
Frauen leben genauso erfolgreich wie Männern ihr Leben, sind kraftvoll und durchsetzungsfähig. Das erscheint als banale Erkenntnis. Allerdings sind dies die Frauen nur dann, wenn sie die Kraft haben und auch einfordern, was ihnen auf dem Papier als Recht zusteht. Alle Frauen bestätigten: Um gleichgestellt zu sein, mussten sie mehr Mut, Kraft, Durchsetzungsfähigkeiten haben,  als Männer in vergleichbaren Positionen; ob in der Wirtschaft oder im kirchlichen Leben, ob im sozialen Bereich oder gar als Ausländerin. Es geht nicht um Kampf gegen Männer und für Frauen, es geht um echte Chancengleichheit und das Gesamtsystem. Frauenpolitik ist eine Querschnittsaufgabe, die in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinwirkt und Gutes bewirkt. Echte Gleichstellung von Frau und Mann entlastet Alle.

Wenngatz und Noichl brachten es beim abschießenden 7. Gespräch, wo es rein um Frauenpolitik ging, auf den Punkt:
Wenn nachwievor gesellschaftlich die Stimmung herrscht, es liege an den Frauen, wie es der Familie geht, oder Frauen können gut Wirtschaft in der zweiter Reihe, aber weniger gut in Führungsposition,  sind egoistische Mütter, wenn sie auch arbeiten gehen wollen,  sind unweiblich, wenn sie Forderungen aufstellen und Rechte einfordern, dann bleibt das Gesamtsystem unter Druck. Gerade der Familie schadet dies. Maria Noichl beschrieb das System der kommunizierenden Röhren zwischen Mann und Frau: Nur wer das Gesamtsystem erleichtere, wer Kindereinrichtungen in hoher pädagogischer Qualität ermögliche, gleiche Renten und gleiche Besteuerung von Frau und Mann, und Frauen wie Männer mehr Zeit für Familie ermögliche, der nehme Druck aus den kommunizierenden beiden Röhren. Empörend sei, dass Deutschland Schlusslicht in Europa ist, was den Zugang des Vaters nach Trennung und Scheidung zu den Kindern betreffe. Es werde jetzt dafür von der EU abgemahnt. Dies zeige, wie man die Aufgabenverteilung in der Familie in Deutschland immer noch sehe – Kinder sind  immer noch Hauptaufgabe der Mutter.

Das A und O etwas zu verändern, darin waren sich die Frauen einig, ist ein besseres Bildungssystem. Mehr Sozialkundeunterricht, mehr politische Bildung, mehr Begegnungen mit Politik und dem Leben draußen, das brauche die Schule heute! Dem stimme ich zu 100 Prozent zu. Vor allem brauchte Schule mehr Selbstverständnis dafür, auch eigene Meinungen entwickeln UND äußeren zu dürfen. Dieses Recht haben in unseren Schulen leider Mädchen wie Jungen nicht.

 

 

Ihre Annette Ganssmüller-Maluche
Stellvertretende Landrätin
Landtagskandidatin München-Land Nord
Liste 2, Platz 13